Geranien überwintern in der Balkonkiste: So gelingt's sicher

· von Kai Jensen · 4 Min. Lesezeit

Geranien überwintern in der Balkonkiste: So gelingt's sicher

Geranien (botanisch eigentlich Pelargonien) sind mehrjährig. Man muss sie also nicht jeden Herbst auf den Kompost werfen, auch wenn das viele tun, weil sie es einfach nicht besser wissen. Wer noch eine leere Balkonkiste im Keller stehen hat, kann daraus mit ein paar Handgriffen ein simples, aber erstaunlich wirksames Winterquartier bauen. Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie deine Geranien in einer Balkonkiste gut über den Winter kommen, ganz ohne Gewächshaus, ohne Keller und ohne teures Zubehör aus dem Gartencenter.

Warum überhaupt überwintern?

Geranien stammen ursprünglich aus den milderen Klimazonen Südafrikas und sind bei uns schlicht nicht winterhart. Frost überleben sie nicht, das ist Fakt. Bei kühlen, hellen Bedingungen ruhen sie aber problemlos und treiben im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Wer seine Pflanzen überwintert, spart nicht nur Geld (ein kräftiger Pelargonienstock kostet im Frühjahr schnell 6 bis 10 Euro), sondern bekommt auch gewachsene, buschige Exemplare zurück. Und im März kann es dann direkt mit Rückschnitt und Vorkultur weitergehen, statt bei null anzufangen.

Die Balkonkiste als Winterquartier – das Prinzip

Eine ungenutzte, stabile Balkonkiste aus Holz oder dickwandigem Kunststoff eignet sich erstaunlich gut als kompaktes Winterlager, vorausgesetzt, sie steht an einem geschützten Platz. Sie isoliert die Wurzeln gegen Kälte, bricht den Wind und lässt sich mit ein bis zwei Handgriffen abdecken. Kein Hexenwerk, eher gesunder Menschenverstand.

Was du brauchst

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Richtiger Zeitpunkt

Bring die Geranien ins Winterquartier, bevor der erste kräftige Frost kommt, also meist Ende Oktober bis Anfang November, sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter 5 °C fallen. Warte lieber nicht bis zur letzten Frostwarnung im Wetterbericht, ein einziger kalter Nachteinbruch reicht, um alles zunichtezumachen.

2. Pflanzen vorbereiten

3. Einsetzen in die Balkonkiste

Setze die Pflanzen dicht, aber nicht gequetscht, mit den Wurzeln (mit oder ohne Erde) in die Kiste. Genauso gut kannst du sie samt Topf hineinstellen und die Lücken dazwischen mit trockenem Stroh, Zeitungspapier oder Vlies auffüllen. Das funktioniert wie eine natürliche Dämmschicht und kostet praktisch nichts.

4. Standort wählen

Ideal ist ein Platz mit:

Geeignet sind zum Beispiel ein kühles Treppenhaus, eine Garage mit Fenster, ein unbeheizter Wintergarten oder ein geschützter Platz direkt an der Hauswand, zusätzlich mit Vlies abgedeckt. Ich habe meine Kiste schon mal einfach unter das Vordach gestellt, mit zwei Lagen Vlies drüber, das hat locker gereicht.

5. Richtig gießen

Im Winterquartier brauchen Geranien fast kein Wasser. Gieße nur so viel, dass die Wurzeln nicht komplett austrocknen, etwa alle drei bis vier Wochen ein kleiner Schluck reicht völlig aus. Staunässe solltest du unbedingt vermeiden, denn sie führt schneller zu Fäulnis als ein bisschen Trockenheit. Im Zweifel lieber einmal zu wenig gießen als einmal zu viel.

Häufige Fehler vermeiden

Im Frühjahr wieder herausholen

Ab März, sobald die Frostgefahr sinkt, holst du die Geranien zurück ans Licht. Schneide sie noch einmal leicht zurück und gewöhne sie langsam an mehr Sonne und Wärme, am besten in kleinen Schritten über ein bis zwei Wochen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen sie dann wieder zurück auf den Balkon.

Fazit

Geranien in einer Balkonkiste zu überwintern ist eine platzsparende, günstige Methode, um diese beliebten Balkonpflanzen über Jahre hinweg zu kultivieren, statt sie jeden Herbst wegzuwerfen. Entscheidend sind ein kühler, heller und frostfreier Standort, ein moderater Rückschnitt sowie sparsames Gießen. Mit dieser einfachen Methode hast du im nächsten Frühjahr kräftigere, üppigere Geranien in der Hand, ganz ohne Neukauf und ohne großen Aufwand.

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